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Frisch geschüttelt aus: Berliner Illustrirte Zeitung 1925
Schachmeisterschaft Das Schachspiel, das vom Brette winkt, uns Freuden um die Wette bringt: man kommt sich dran als Herr vor! Dem einen beut das Schieben Lohn, und and’re wieder lieben schon den Kampf um Burg und Sperrfort. Man schiebt mit raschem Finger dort die hübsch geschnitzten Dinger fort, indem man klug den Stein lenkt; doch als der größte Meister gilt, wer seines Heeres Geister mild nach Kampf zum Siege einlenkt. Das schönste Spiel uns Lasker bot, der feurig wie ein Basker loht, ihm lacht der Menge Beifall; spielt nicht der Meister Rubinstein so sauber und so stubinrein, daß man in Schwärmerei fall’? Am Schachbrett auch der Sämisch hängt und alle Gegner hämisch senkt er in den Grund - wie Rheinlachs! Stets rang der wack’re Spielmann zäh, wie zu des Sieges Ziel man späh’, spielt er auch mal zum Schein lax. Man staunt, wie sich der Reti plagt der über Krethi-Plethi ragt wie übers Haus der Luftschacht: Wenn er durchs Brett den Springer zwängt und seines Feindes Zwinger sprengt, vergnügt sogar der Schuft lacht!
Curt Peiser
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