Dresden war eine Reise wert

Zur Fahrt des Hamburger Schachverbands hatten sich von unserem Schachklub nur Horst und ich gemeldet. Dazu gesellte sich noch Hauke, der vom Verband einen Freifahrtschein bekommen hatte. Insgesamt fanden sich an der Moorweide 50 Teilnehmer ein, darunter 15 Ehefrauen. Schon bald nach der Abfahrt stellten wir fest, daß unter den Teilnehmern ein harmonisches Miteinander bestand. Die Fahrtrichtung war Berlin, Cottbus, Dresden. Nachdem wir gegen Mittag einen Imbiß zu uns genommen hatten, erreichten wir kurz nach 17.00 Uhr unser Hotel. Es machte einen guten Eindruck und wir wurden auch während unseres Aufenthalts dort nicht enttäuscht. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen und uns etwas frisch gemacht hatten, ging es weiter zum vereinbarten Blitzturnier. Es war die offene Dresdner Blitz-Einzelmeisterschaft. Außer uns waren auch noch Schachfreunde aus Halle anwesend. Insgesamt waren es 70 Teilnehmer, die in 17 Runden nach dem Schweizer System die Meisterschaft austrugen. Doch vor dem Turnier wartete eine angenehme Überraschung auf uns. Dresdener Schachfreunde hatten ein kaltes Büffet aufgebaut, nur für die Getränke mußten wir selbst sorgen. Nachdem der Magen zu seinem Recht gekommen war, konnte es losgehen. Ich beteiligte mich nicht an dem Turnier. Kurz vor Mitternacht fand dann die Siegerehrung statt, Hauke wurde 3., Horst 57. Nach der Rückkehr ins Hotel ging es in die Heia, nur einige Unermüdliche begossen eine neu erworbene Freundschaft.
Am nächsten Morgen stand dann der Vergleichskampf an 35 Brettern gegen unsere Gastgeber an. Beim Vergleichen der Mannschaftsaufstellung überlief einem doch ein kalter Schauer. Fast an jedem Brett waren unsere Gastgeber um 250-300 Wertpunkte besser. Am 1.Brett mußte Hauke gegen GM Uhlmann spielen. Mich setzte man ans Brett 16, Horst an 23. Schon bald zeigte es sich, daß es für uns eine hohe Niederlage geben würde. Nach dem 31.Zug gab ich meine Partie auch auf. Nun erst bemerkte ich eine ziemliche Menschenansammlung um das 1.Brett. Da mußte ich doch erst einmal hin. Nanu, Hauke stand ja besser als Herr Uhlmann. Nach kurzer Zeit gab letzterer dann auf. Das Endergebnis lautete schließlich 27.5:7.5 für Dresden. Nach dem Mittagessen starteten wir dann zur Stadtrundfahrt. Erwähnen muß ich noch, daß bei allen Fahrten, die wir in Dresden durchführten, stets ein Dresdner Schachfreund bei uns war. Auf dem Weg durch die Stadt konnten wir schon feststellen, daß es hier viele Grünanlagen gab. In der Nähe des Zwingers parkten wir dann den Bus. Da lagen sie nun vor uns, die Prachtbauten August des Starken:

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